
Gesund durch den Herbst: So schützen Sie sich vor saisonalen Erkrankungen
Mit dem Herbst verändert sich nicht nur das Wetter. Die Tage werden kürzer, wir verbringen wieder mehr Zeit in geschlossenen Räumen und Erkältungen, grippale Infekte sowie andere Atemwegserkrankungen treten deutlich häufiger auf. Viele Menschen bemerken außerdem, dass bestehende Beschwerden wie Asthma, Kreislaufprobleme oder chronische Erkrankungen in dieser Jahreszeit wieder stärker in den Vordergrund rücken.
Ganz verhindern lassen sich saisonale Infekte nicht. Mit einigen einfachen Maßnahmen kann das Risiko jedoch deutlich reduziert werden. Gleichzeitig bietet der Herbst einen guten Anlass, den eigenen Gesundheitszustand überprüfen zu lassen und mögliche Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen.
Warum werden wir im Herbst häufiger krank?
Nicht die Kälte allein macht krank. Erkältungen und viele andere saisonale Erkrankungen werden überwiegend durch Viren verursacht. Im Herbst und Winter kommen jedoch mehrere Faktoren zusammen, die deren Übertragung begünstigen.
Wir halten uns häufiger gemeinsam in Innenräumen auf, lüften weniger und haben engeren Kontakt zu anderen Menschen. Gleichzeitig können trockene Raumluft und kalte Außenluft die Schleimhäute von Nase und Rachen stärker beanspruchen. Diese Schleimhäute bilden einen wichtigen Teil unserer natürlichen Abwehr gegen Krankheitserreger.
Auch der Alltag verändert sich häufig: weniger Bewegung im Freien, weniger Tageslicht, Stress und unregelmäßiger Schlaf können dazu beitragen, dass wir uns weniger belastbar fühlen.
Erkältung, Grippe oder etwas anderes?
Ein leichter Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten sind im Herbst keine Seltenheit. Meist handelt es sich um unkomplizierte virale Infekte, die nach einigen Tagen von selbst wieder abklingen.
Treten dagegen plötzlich starkes Krankheitsgefühl, hohes Fieber, ausgeprägte Glieder- oder Kopfschmerzen auf, kann auch eine Influenza dahinterstecken. COVID-19 und andere Atemwegsinfektionen können ebenfalls ähnliche Beschwerden verursachen.
Besondere Aufmerksamkeit ist sinnvoll, wenn Symptome ungewöhnlich stark sind, länger anhalten oder sich nach einer kurzen Besserung erneut deutlich verschlechtern. Auch Atemnot, starke Brustschmerzen, anhaltend hohes Fieber oder eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands sollten ärztlich abgeklärt werden.
Was Sie selbst tun können
Ein guter Schutz beginnt mit einfachen Maßnahmen, die sich problemlos in den Alltag integrieren lassen.
Regelmäßiges Händewaschen gehört weiterhin zu den wirksamsten Möglichkeiten, Infektionsketten zu unterbrechen. Gleichzeitig sollten Innenräume regelmäßig gelüftet werden, insbesondere wenn sich mehrere Personen darin aufhalten.
Auch ausreichend Schlaf spielt eine wichtige Rolle. Wer dauerhaft zu wenig schläft oder stark unter Stress steht, kann sich anfälliger für Infekte fühlen. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft unterstützt Kreislauf und allgemeines Wohlbefinden und hilft dabei, auch in der dunkleren Jahreszeit aktiv zu bleiben.
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Flüssigkeit, Gemüse, Obst, Eiweiß und Vollwertprodukten unterstützt den Körper ebenfalls. Nahrungsergänzungsmittel sind dagegen nicht automatisch notwendig. Ob beispielsweise ein Vitaminmangel vorliegt, lässt sich im Zweifelsfall gezielt medizinisch überprüfen.
Impfstatus überprüfen
Der Herbst ist auch der richtige Zeitpunkt, den eigenen Impfstatus zu kontrollieren.
Je nach Alter, Vorerkrankungen und persönlichem Risiko können insbesondere Impfungen gegen Influenza oder COVID-19 sinnvoll sein. Auch andere Standardimpfungen sollten regelmäßig überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden.
Welche Impfungen individuell empfehlenswert sind, hängt von mehreren Faktoren ab. Eine kurze ärztliche Beratung kann hier schnell Klarheit schaffen.
Bestehende Erkrankungen im Blick behalten
Für Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes, Asthma, chronischen Lungenerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist die Erkältungssaison besonders relevant.
Infekte können den Organismus zusätzlich belasten und bestehende Erkrankungen vorübergehend verschlechtern. Deshalb ist es sinnvoll, Medikamente, Blutdruckwerte oder andere wichtige Gesundheitsparameter regelmäßig zu überprüfen.
Auch Beschwerden, die über längere Zeit immer wieder auftreten, sollten nicht einfach mit „das ist eben der Herbst“ erklärt werden. Anhaltende Müdigkeit, Leistungsabfall, Atembeschwerden, häufiger Schwindel oder wiederkehrende Kopfschmerzen können viele Ursachen haben und sollten gegebenenfalls ärztlich abgeklärt werden.
Der Herbst als guter Zeitpunkt für einen Gesundheits-Check
Viele Menschen gehen erst dann zum Arzt, wenn sie bereits Beschwerden haben. Dabei kann eine hausärztliche Untersuchung auch helfen, gesundheitliche Risiken zu erkennen, bevor daraus Probleme entstehen.
Ein regelmäßiger Check-up kann – abhängig von Alter, Vorgeschichte und individuellen Risikofaktoren – beispielsweise die Kontrolle von Blutdruck, Herz und Kreislauf sowie bestimmte Laboruntersuchungen umfassen. Gleichzeitig können Impfstatus, bestehende Medikamente und familiäre Risikofaktoren besprochen werden.
Gerade nach einem langen Sommer und vor der belastenderen Winterperiode ist dies ein guter Zeitpunkt, um sich einen Überblick über die eigene Gesundheit zu verschaffen.
Nicht jede Untersuchung ist für jeden Patienten notwendig. Entscheidend ist eine sinnvolle, individuelle Vorsorge – abgestimmt auf Alter, Beschwerden, Lebensstil und persönliche Krankengeschichte.
Wann sollten Sie ärztlichen Rat suchen?
Die meisten Erkältungen können zu Hause auskuriert werden. Eine ärztliche Abklärung ist jedoch insbesondere sinnvoll, wenn Beschwerden ungewöhnlich stark sind, über längere Zeit bestehen bleiben oder immer wieder auftreten.
Das gilt auch für Menschen mit chronischen Erkrankungen, ältere Patienten oder Personen, die sich nach einem Infekt ungewöhnlich lange erschöpft fühlen.
Im Zweifel ist eine kurze Untersuchung häufig sinnvoller, als Beschwerden über Wochen zu ignorieren.
Gut vorbereitet durch die kalte Jahreszeit
Gesund durch den Herbst zu kommen bedeutet nicht, jedem Infekt aus dem Weg gehen zu müssen. Viel wichtiger ist es, den eigenen Körper gut zu unterstützen, Warnsignale ernst zu nehmen und bekannte gesundheitliche Risiken regelmäßig kontrollieren zu lassen.
Mit ausreichend Schlaf, Bewegung, guter Ernährung, regelmäßiger Hygiene und einem aktuellen Impfstatus lässt sich bereits viel erreichen. Und wer wissen möchte, wie es um die eigene Gesundheit steht, kann den Herbst zum Anlass nehmen, einen persönlichen Gesundheits-Check zu vereinbaren.
Wir beraten Sie gerne zu Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und individuellen Gesundheitsfragen und begleiten Sie zuverlässig durch die Herbst- und Wintersaison. Buchen Sie Ihren nächsten Termin hier.
